Weg vom ewigen „werden wollen“ hin zum einfachen „Sein“

 

Die Erinnerung  an das „richtige“ Leben

Wir Menschen sind unsere gesamte Lebenszeit auf der Suche nach einem „besseren“ Leben. Das wird uns von Anfang an so beigebracht. Die Schule ist noch gar nicht beendet dann werden wir schon gefragt was wir denn werden wollen? Welcher Beruf soll es denn sein, wollen wir heiraten und Kinder bekommen und wo wollen wir dann wohnen? Die Fragen hören später nicht auf. Sollen oder wollen wir Karriere machen oder doch besser ins Ausland gehen?
Unser ganzes Bestreben richtet sich auf die Zukunft aus.

Wenn es auch schon langweilt, aber man kann es nicht oft genug wiederholen: Es gibt keine Zukunft. Leben findet immer nur JETZT statt. Unsere Mitbewohner die Tiere würden niemals auf so eine Idee kommen. Tiere haben es da leichter, sie haben nur Bewusstsein und keinen Verstand der ihnen immer etwas einreden will.

Die Medien werden nicht müde uns permanent zu sagen was wir denn zu tun hätten um erfolgreich zu werden. Natürlich geht ohne Studium gar nichts mehr. Eltern deren Kindern die vielleicht „nur“ Bäcker oder Automechaniker, oder besser gesagt Mechatroniker gelernt haben, können nicht wirklich stolz auf ihre Kinder sein. Heutzutage muss man etwas „werden“, am Besten etwas das man gar nicht aussprechen kann.
Das sind alles Identifikatoren unseres Egos. Wir wollen oder sollen immer besser sein als die Anderen.

Warum können wir nicht einfach nur sein?
Einfach mal sein ohne was zu werden. Das hat auch etwas mit zufrieden sein zu tun.
Jeder von uns hat seine Begabungen und Talente. Je nachdem was wir so mitbekommen haben. Ich wage es zu bezweifeln, dass die heutige Generation an Jugendlichen intelligenter ist als noch vor 30 Jahren. Damals sind eine Handvoll Kinder ins Gymnasium übergetreten, heute kann man von Glück sagen wenn noch eine Handvoll Schüler auf der Volksschule bleibt. Die Kinder werden regelrecht gezwungen etwas zu werden, ohne Rücksicht auf Talente, Begabungen oder Fähigkeiten.

Wir sollten endlich aufhören uns nach den Vorgaben von Politik, Konzernen und Medien zu richten und selbst beurteilen was für uns oder unsere Kinder das Beste ist. Je nach unseren Fähigkeiten und Begabungen sollte jeder Mensch die Freiheit haben zu wählen, oder besser gesagt sich die Freiheit „nehmen“.

Zur Abwechslung könnten wir uns doch auch einmal zurücklehnen und einfach die Welt da Draußen alleine verrückt spielen lassen. Einfach mal sein. Mal richtig abhängen und genießen. Wir haben ja das Glück, dass  in unserem Land der Großteil unserer Bevölkerung nicht hungern muss. (Leider ist das nur für den Großteil gültig und nicht für alle) . Also was brauchen wir denn wirklich um ein schönes Leben zu haben? Klar die Grundbedürfnisse wollen befriedigt sein. Wir wollen alle eine trockene und warme Unterkunft und unser Bauch will auch täglich gefüllt werden. Gut und was zum Anziehen wäre auch nicht schlecht und ohne fahrbaren Untersatz geht es auch kaum noch. Aber das wars im Groben schon.

Klar „sollen“ wir immer was haben wollen. Nur so kann man an uns verdienen.

Wir müssen es einfach wieder „lernen“ zu leben. Wir haben es schlichtweg verlernt. Setzen wir uns doch an einem schönen Tag in die Sonne und genießen es einfach. Hören wir den Vögeln zu, schauen uns die Natur mal wieder genau an, oder beobachten einfach was um uns herum so los ist. Da ist es völlig egal ob unsere Klamotten irgendein Logo zieren, deswegen fühlen wir uns in diesem Moment nicht besser oder schlechter. Wichtiger ist nur, dass wir das „richtige“ anhaben, und nicht frieren oder schwitzen. Lohnt es sich wirklich so viele Stunden mehr zu arbeiten und dadurch soviele wunderbare Momente zu verpassen nur um von anderen Menschen bewundert zu werden?

Jeder Moment ist einmalig. Die Zeit können wir niemals zurückdrehen. Was vorbei ist ist wirklich vorbei. Klar wenn wir jung sind gehen wir mit der Zeit noch verschwenderisch um, aber später wirds dann schon eng. Wenn wir dann nicht mehr so können wie wir wollen und vielleicht dann Bankal sitzen „müssen“ werden wir uns sicherlich nicht mit Freude daran erinnern, dass unser Handy mit einem Apfel geschmückt war, sondern wir erinnern uns an die wirklich schönen Momente die wir erlebt haben.

Nur das echte Leben zählt, nicht das Leben das wir mit unserem elektronischen Spielzeugen verbringen. Das macht auch Spaß, aber das „echte“ Leben macht noch viel mehr Spaß. Wir können noch so viele Smileys und Herzchen hin und her schicken, aber in einer lustigen Runde so richtig Gaudi machen das ist das echte Leben. Einen Menschen in die Augen schauen oder ihn zu umarmen wird niemals ersetzbar sein durch unsere elektronische Welt. Wir sehen ja oft, dass geschriebene Texte auf Unverständnis stoßen. Wenn wir uns gegenüber stehen und in die Augen schauen, dann verstehen wir den Anderen einfach, wir fühlen was er meint. Das können geschriebenen Worten nie so rüberbringen. Wenn wir so weitermachen vereinsamen wir total.

Vor noch nicht allzu lange Zeit, hatten die Jugendlichen noch einen Treffpunkt. Sie sind miteinander in einer Wirtschaft gewesen oder am Bahnhof, haben heimlich geraucht und getrunken. Sie hatten noch ein richtiges Zusammengehörigkeitsgefühl, so etwas wie ein „wir“ Gefühl.
Genau das wird von den Konzernen verhindert. Es ist gewollt, dass wir lauter „Einzeltiere“ sind, dann sind wir leichter manipulierbar. Erst hat man die Familien/Großfamilien unmodern gemacht, die Jungen müssen alle arbeiten, die Alten steckt man in Heime und die Kinder werden mit den elektronischen Spielsachen so sehr beschäftigt, dass sie gar nicht auf die Idee kommen und raus gehen zum Räuber und Gendarm zu spielen. Da kann man nur mit Wehmut Kulturen betrachten  die noch große Familien haben, die alle zusammenhalten, auch wenn mal einer als Verdiener ausfällt, springt der Rest der Familie automatisch ein. Die sind weitgehend unabhängig vom Staat.

Früher wurde bei den Jugendlichen noch soziales Leben gelebt. Und das Wichtigste, es hat jede Menge Spaß gemacht. Heute bekommen die Kinder spätestens bei der Einschulung ihr eigenes Mobilteil. Sie denken das ist normal ständig in dieses kleine Gerät zu schauen, und verlieren von Anfang an wertvolle Lebenszeit. Ich höre immer von den Müttern, ja das ist halt sicherer…. wenn mal was ist….
Da frage ich mich dann immer wie in aller Welt haben wir es denn unbeschadet geschafft erwachsen zu werden ohne diese kleinen Teile.

Es wird höchste Zeit wieder Prioritäten zu setzen. JETZT ist der richtige Zeitpunkt das Leben eigenverantwortlich zu leben.
JETZT ist der Zeitpunkt einfach zu „Sein“

In diesem Sinne: Lassen wir uns keinen Unsinn mehr erzählen was wir alles werden sollen, sondern übernehmen wieder Verantwortung für unser Leben und für das Leben unserer Kinder.

 

 

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