Warum erzählen wir so gerne etwas weiter?

 

Behalte deine Gefühle bei dir.

 

Du kennst die Situation sicherlich:

 

Ein Freund, Bekannter oder eine Arbeitskollegin erzählt dir ganz aufgeregt eine schier unglaubliche Neuigkeit. Du hörst völlig gebannt zu und nach dem Gespräch fängt die Geschichte in deinem Kopf an zu arbeiten. Du denkst über das Gesprochene noch ewig lange nach.

Je nach Inhalt kommen zu der Geschichte noch deine eigenen Bewertungen dazu:

„Wie kann sie nur so gutgläubig sein…“
„Sowas von einfältig…“
„Wieso hat er denn nicht schon früher reagiert?…“
„Wie kann man nur so dumm sein…“
„Das ist ja unerhört…“
„Oh je die Arme tut mir so leid…“
„Die armen Kinder…“
usw…

Diese Liste ließe sich unendlich fortführen. Ich denke du weißt was ich meine und hast das schon sooft erlebt und wahrscheinlich täglich aus Neue. Zu mindestens dann, wenn du mit vielen Menschen Kontakt hast.

Aber was geschieht hier wirklich?
Bei jedem Gespräch werden Energien ausgetauscht-Emotionen wechseln den „Besitzer“. Man könnte auch sagen „Müll“ wird einfach abgeladen.
Du bist doch sicherlich auch ein Mensch der „ordentlich“ seinen Müll in der Mülltonne entsorgt und nicht einfach bei seinem Nachbarn abkippt?
Genauso ist es mit den Geschichten, die du weitererzählst. Du lädst deine Gefühle bei jemandem ab. Dir ist es dann leichter und der andere trägt dann das Päckchen mit sich herum, bis er dann vielleicht abends das Päckchen an seinen Partner weitergibt. Und jedes mal, wenn die Geschichte weitergetragen wird, kommen noch die eigenen Bewertungen und Beurteilungen dazu. Somit wird die Story immer größer und bedrohlicher.

Meist handelt es sich nicht um sogenannte „gute“ Erzählungen- oder wie viele Menschen kennst du die freudestrahlend und glücklich berichten, dass sie heute 2 wunderschöne Schmetterlinge gesehen hat? Die positiven Erlebnisse werden eher nicht überwiegen die weitergetragen werden. Meist sind es Ärgernisse die Menschen bedrücken  die sie gerne wieder loswerden möchten. Da sie es nicht anders gelernt haben, geben sie ihre Gefühle dann ab.

Wie du mit solchen ungewollten Päckchen umgehen kannst, habe ich in meinem letzten Blogbeitrag beschrieben:

https://paulas.gratislicht.de/wie-du-mit-nervigen-zeitgenossen-problemlos-umgehen-kannst/#more-1218

 

Jetzt aber geht es um dich und deine Gefühle. Ich weiß es ist nicht einfach eine „sensationelle“ Geschichte für sich zu behalten. Es kann ganz schön rumorten das Bedürfnis ist groß es weiterzutragen und seinen eigenen Senf noch hinzuzugeben. Aber sei dir immer bewusst bei allem was du weiterträgst es sind nicht nur Worte. Du trägst auch die damit verbundenen Emotionen weiter und belastest damit deine Mitmenschen.
Versuche deine Gefühle bei dir zu behalten und bewusst zu fühlen. Dann lässt der Drang nach, die Energie abzugeben. Kümmere dich  um deinen Müll und entsorge ihn selbst:

https://paulas.gratislicht.de/unliebsame-gefuehle-ganz-leicht-aufloesen/

Somit leistest du einen wertvollen Beitrag zu einem friedlicheren Zusammenleben. Du kommst nicht in die Versuchung zu urteilen und löst so Stück für Stück dunkle schwere Energie auf. So kannst du für „unbewusste“ Menschen wirklich etwas Gutes tun, indem du die „Flüster post“ einfach unterbrichst und die damit verbundene Energie auflöst.

Zu diesem Thema gibt es eine wirklich sehr passende und tiefgründige Anekdote von Sokrates:

 

Die 3 Siebe des Sokrates

Zum weisen Sokrates kam einer und sagte: „Höre, Sokrates, das muß ich dir erzählen!“

„Halte ein!“ unterbracht ihn der Weise, „hast du das, was du mir sagen willst, durch die 3 Siebe gesiebt?“
„Drei Siebe?“, fragte der andere voller Verwunderung.

„Ja, guter Freund! Laß sehen, ob das, was du mir sagen willst, durch die 3 Siebe hindurchgeht: Das erste ist die Wahrheit. – Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?“
„Nein, ich hörte es jemanden erzählen und…“

„So, so! Aber sicher hast du es im zweiten Sieb geprüft. – Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst, gut?“
Zögernd sagte der andere: „Nein, im Gegenteil…“

„Hm“, unterbrach ihn der Weise, „so lasst uns auch das dritte Sieb noch anwenden. – Ist es notwendig, dass du mir das erzählst?“
„Notwendig nun gerade nicht …“

„Also”, sagte lächelnd der Weise, „wenn es weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit.“

 

 

In diesem Sinne:
Erinnere dich bei deinem nächsten Telefonat oder einem Post im Internet, ob das was du so dringend erzählen möchtest durch die 3 Siebe gesiebt werden könnte. Nur dann erzähle es weiter, ansonsten behalte es für dich- sollte dich die Geschichte wurmen, dann löse sie auf.

 

Deine Paula Himmelreich

 

 

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